Stiftungs-Verbundkolleg Berlin                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Crossteaching:

Im Sommersemester 1999 wurden mehrere Teleteaching Einheiten, bei denen der sich Vortragende an der Universität Linz befand, die Teilnehmer an der FHTW-Berlin, erfolgreich eingesetzt. Verschiedene Techniken kamen parallel zum Einsatz, als Übertagungsmedium diente allein das Internet. Die Bandbreiten des österreichischen ACO-Net und des deutschen Forschungsnetztes wurden als ausreichend empfunden, auch um zeitkritische Informationsströme (Audio, Video, Whiteboardsynchronisation) den Anforderungen entsprechend, zu übertragen. Die Datenübertragungsrate bewegte sich zwischen 100 kBps bis 200 kBps.

Auf diesen Erfahrungen aufbauend, wurde nun der parallele Unterricht von zwei Gruppen an verschiedenen Orten erprobt. Am Dienstag, dem 30. Nov. 1999 wurde im Rahmen der Vorlesung "Medientechnik 1" an der FHTW-Berlin und der Vorlseung "Medientechnik 1" an der mma-Salzburg, das Thema: "Darstellung und Übertragung virtueller Realitäten im Internet" behandelt. Zwei entsprechend ausgestattete Vortragsräume waren für die Dauer der Vorlesung zu einem virtuellen Hörsaal vereint. Das technologische Ziel war, Vortrag und Materialien beider Trainer allen Teilnehmern in ausreichender Qualität zu präsentieren. Der Qualitätsansanspruch an die Ton- und Videoübertrragung richtet sich nicht an bestehenden Normen der Unterhaltungselektronik, sondern an der Möglichkeit, ein gestecktes Lernziel zu erreichen.

Darüberhinaus, sollte den Teilnehmern an beiden Orten, alle namhaften Kommunikationsströme zwischen den Teilnehmern untereinander und den Teilnehmern mit den Lehrenden, vermittelt werden. Die Vernetzung der Unterrichtseinheiten in der vorliegenden Form wurde als "Crossteaching" bezeichnet. Haupreferent an diesem Termin war Herr Prof. Sieck, CoTrainer H. Mittendorfer.

Die technische Realisierung erfolgte mit der Software "Inperson" auf einer Workstation "O2" von Silicon Graphics. Die Kriterien der Wahl für diese Hardware und Software sind technisch begründet, insbesondere der dynamischen Kompression der Audio- und Videosströme. Die Audioausgabe war mit der Saalanlage verbunden. Ein bewegliches Mikrofon diente der Spracherfassung. Eine exterene Videocamera erfaßte die Teilnehmer im Überblick, oder focussierte auf den CoTrainer bzw. auf einzelne Teilnehmer bei Bedarf.

Nachfolgende Abblidung zeigt die Fotografie der Projektionsfläche an der mma Salzburg. Prof. Sieck (links unten) demonstriert Translationen in der Software "Cosmoworlds" mit Hilfe des colaborativen Whiteboards. zurück

Die Unterschiede im Farbton der Videowiedergabe (oben mma, unten FHTW-Berlin) rühren von der, für die gleichzeitige Projektion und Filmaufnahme nicht optimierte Beleuchtung.

Bei der Durchführung des Cross-Teachings an der mma Salzburg wirkten darüberhinaus drei "Tutoren" in folgenden Rollen mit:

bulletBedienung der Software "Inperson", Herr Mario Pizzini
bulletKameraführung, Frau Silvia Vollmeier
bulletModeration, Herr Viktor Schaider

Die Kameraführung war unerläßlich, um dem Vortragenden in Berlin, einen Eindruck über die Aufnahme seiner Ausführungen, bzw. die Gestik und Mimik von Fragestellern in Salzburg zu übermitteln. Der Moderator übernahm die Gesprächsvermittlung zwischen den unterschiedlichen Orten, wenn z.B. der Vortragende am anderen Ort den Beitragswunsch eines Teilnehmers nicht schnell genug wahrgenommen hat. Desweiteren reichte der Moderator dem Fragesteller das bewegliche Mikrofon, während die Kameraführung auf Großaufnahme einstellte.

Diese Kommunikationsmittel zum "synchronen Teleteaching" werden durch Medien für asynchrones Lernen (WWW-Dokumentationen, e-mail, Discussionboard) ergänzt. Auf den jeweiligen Termin und Themenlisten befinden sich entsprechende Verweise auf die Materialien.

Die Mehrzahl der Teilnehmer, konnte aufgrund der Ausführungen des Hauptreferenten die gestellten Aufgaben in der anschließenden Laborübung durchführen. Die Teilnehmer an beiden Orten zogen anläßlich einer abschließenden Beurteilung ein sehr positives Resumé.

Der Gedanke, an eine "Ersetzbarkeit" des Co-Trainers ist höchstwahrscheinlich verfehlt. Vielmehr hat dieses Experiment verdeutlicht, daß die Qualität des Unterrichts durch das Einbringen "entfernter Expertisen" auf Basis bestehender - wenngleich noch verbesserungswürdiger - Technologien, angehoben werden kann. Zusatzkosten sind im vorliegenen Fall nicht angelaufen, jedoch ein erheblicher zusätzlicher Organisationsaufwand.

Weitere Crossteaching Termine sind an der mma Salzburg und am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Salzburg vorgesehen. zurück

erstellt: 3. Dezember 1999 H. Mittendorfer
Verantwortlich: Stiftungs-Verbundkolleg Berlin,  [office(at)verbundkolleg-berlin.de], Stand: 31. Januar 2008