Stiftungs-Verbundkolleg Berlin
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kultur.informatik Der Zeitpfeil im Digitalen Dr. Martin Warnke Universität Lüneburg warnke@uni-lueneburg.de
Die Leitdifferenz Turings Maschine und Shannons Kanäle wissen nichts von Zeit und Entwicklung und Die Kultur der Informationsgesellschaft ist ohne Vorbild hochgradig dynamisch
Woher kommt die Entropie im Digitalen? 1. Von Moore’s Law
2. Die Informationsgesellschaft ist ein komplexes System In-formation von Systemen Gregory Bateson: “Information is the difference that makes a difference.” Niklas Luhmann: Information ist ein Ereignis, das Systemzustände auswählt. Informationsgewinnende und -verarbeitende Systeme wirken dabei selbstrefenziell mit. Das kostet Zeit.
Wahrnehmung ist keine Abbildung Rückkopplung zwischen Mensch und Umwelt
Medien sind keine Abbildungs-Apparate sie beeinflussen die Sinneswahrnehmung sie wirken unhintergehbar an der Realitätskonstruktion mit sie lassen sich nicht abschalten
Formen im Digitalen sind einerseits begrenzt von der Struktur des Berechenbaren und in-formieren Wahrnehmungsprozesse der kontingenten symbolischen Ordnung des Kulturellen
kultur.informatik Kontingenz.Berechenbarkeit
Medien in der Informationsgesellschaft Digitalcomputer materialisieren kulturelle Praktiken in Hard- und Software. Kulturelle Formen sind Formen im Digitalen, es bilden sich Stile und symbolische Ordnungen, die ohne Rückgriff auf das Digitale nicht zu erklären sind. Symbolische Ordnungen Raum und Zeit ästhetische Kategorien schön - hässlich passt - passt nicht Wissensordnungen Die Dazwischenkunft des Digitalen Jaques Lacan: »Durch die Kybernetik inkarniert sich das Symbol in einem Apparat – mit dem es sich nicht vermischt, da der Apparat nur sein Träger ist.« Affinität zwischen der symbolverarbeitenden Maschine und der symbolischen Ordnung des Kulturellen Raum und Zeit Rechenleistung taktet Effekte auf einer determinierten Zeitskala “Moore’sche Stile” globale Vernetzung affiziert die Struktur des Raumes (Der Raum des Cyberspace) Ästhetische Kategorien schön - hässlich: die Schönheit der Symmetrie (Bild) passt - passt nicht Sampling-Strategien in digital produzierter Musik (Sound/Kunst) Beispiele Bild medieninduzierter Wandel der ästhetischen Kategorien “schön” und “hässlich” Symmetrie und Schönheit – davor
Symmetrie und Schönheit – danach
Symmetrie digital aus alt mach schön
Schönheit hat eine Geschichte Unser Anspruch an Schönheit/Symmetrie wird von den Formen im Digitalen auf Extreme der Perfektion geschraubt, normalerweise unmerklich.
“Moore’sche Stile” Effekte des computergenerierten Films halten sich an die verfügbare Rechnerleistung nach Moore. relative Aufwände der eingesetzten Computergraphik-Verfahren schreiben eine Stilgeschichte des synthetischen Films vor:
1984 – Adventures of André and Wally B. (Pixar) Movie 1986 – Luxo jr. 1997 – Geri’s Game 2001 – Monster’s Inc. 2001 – Final Fantasy (Columbia) Die Barriere des synthetischen Films ist die Kontingenz des Gestus im System der Kommunikation: unberechenbar, synthetisch nicht erzeugbar
Der Klang der Soundkarte Der Stil von Cut, Copy & Paste Plunderphonics (1985) “Birthday”: Audio Piracy as a Compositional Prerogative
Sampling and Scaling Squarepusher (2000)
Clicks ’n Cuts, digitaler Schmutz wird recycled Oval 2001
Die Kunst macht das Unbeobachtbare sichtbar Das Medium des Digitalen wird durch die Grenzen der Form ausgelotet Netzkunst Jodi http://404.jodi.org/ Paul Garrin: http://name.space.xs2.net/ … etoy
Die Themen Das Medium in Turings Maschine – zwischen Kontingenz und Berechenbarkeit Raum und Zeit im Cyberspace Eine Stilgeschichte des synthetischen Films Der Klang der Soundkarte Fehler, transmedial Die Künste des Computers – vom synthetischen Text zum synthetischen Charakter Die Zukünfte des Computers – Quantum Computing
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Verantwortlich: Stiftungs-Verbundkolleg Berlin, [office(at)verbundkolleg-berlin.de], Stand: 31. Januar 2008 |